Sinn und Unsinn von Hausprojekten – die Vielen und ihr Eigenheim?

Workshop | Samstag 11.6. | 10–12 Uhr | Kickerraum

Gruppe gefunden, die Bock auf gemeinsames und solidarisches Zusammenleben hat – CHECK

  • Haus gefunden oder das eigene Mietshaus gemeinsam gekauft – CHECK
  • einer Genossenschaft angeschlossen oder einem Syndikat – CHECK
  • genug Darlehen und Kohle in weit verzweigten Netzwerken und vom netten Onkel aus Nordrhein-Westfahlen klargemacht – CHECK
  • Bankkredit unterschrieben – CHECK
  • in viel Eigenleistung ein Haus saniert und dabei noch drin gewohnt – CHECK
  • „man muss das als Prozess betrachten“ – Unzählige Gruppenprozesse, Plena und Streits zusammen durchgemacht und überstanden – CHECK
  • endlich eingezogen und jetzt nochmal eben schnell ‘ne Selbstverwaltung aufgebaut – CHECK
  • ALSO ein Haus dem Immobilienmarkt entzogen, vergesellschaftet und in Selbstverwaltung überführt – CHECK – „und das wars jetzt oder was?“
  • als Hausprojekt politisch in die Stadt hineinwirken – FRAGEZEICHEN??

Die Liste oben macht deutlich: der Weg zu Hausprojekten ist lang und es passiert schon ganz schön viel unterwegs. Nicht selten gestartet als politisches Projekt wird dann auch vielen Häusern vorgeworfen, bei einem „Schöner Wohnen“ gelandet zu sein und vor allem auf sich selbst und die interne (politische) Praxis fixiert zu sein. So ist dies auch im letzten Jahr in Leipzig passiert – auf dem linken Nachrichtenportal Knack[Punkt]News wurde eine längere, sehr spannende und in Teilen sogar unterhaltsame Debatte über die politische Rolle von Hausprojekten geführt. (Wer sich dafür interessiert kann die mal hier nachlesen.) Die Debatte war für uns (Menschen, die zusammen in einem Hausprojekt im Leipziger Westen wohnen) Anlass, darüber zu diskutieren – was wir eigentlich mit so einem Hausprojekt politisch erreichen wollen – und können – und was vielleicht nicht? An unserer Hauswand steht in großen Lettern „Die Stadt von Unten verändern!“ – aber wie kommen wir dahin? Die Diskussion hier steht noch an einem Anfang, denn wir sind gerade eingezogen, auch gerade deswegen wollen wir mit euch ins Gespräch kommen. Es fühlt sich klar an, der bloße Fakt ein Haus vergesellschaftet zu haben und womöglich erschwingliche Mieten realisieren zu können, reicht wohl nicht aus, um sich darauf viele Jahre lang auszuruhen. Aber welche politische Rolle können Hausprojekte überhaupt einnehmen und wie können sie ein aktiver Bestandteil einer Recht-auf-Stadt-Bewegung sein? Habt ihr Ideen bzw. Erfahrungen gemacht, wie das laufen kann? Wir wollen zu einem offenen Austausch einladen und mit Kritiker:innen, Menschen aus der Hausbesitzer:innenszene, Aktivist:innen und Interessierten darüber diskutieren, wie wir zusammen lauter werden können.

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