Raumpolitik

Rassismus, Sexismus, Homofeindlichkeit, Trans*feindlichkeit, Ableismus, Klassismus, Antisemitismus, Gewalt und übergriffiges Verhalten jeglicher Art haben auf dem Recht auf Stadt Forum keinen Platz.



Die Tatsache, dass die Recht auf Stadt Bewegung in Deutschland sehr weiß, sehr akademisch, sehr cis-geschlechtlich und sehr able-bodied ist hat uns als Veranstalter*innen dazu veranlasst unsere Raumpolitik (in großen Teilen übernommen von der tour décolonial in Bern) zu konkretisieren. Wir wissen, dass dies nur ein Anfang ist und noch längst keinen diskriminierungsärmeren Raum schafft.


Wir wünschen uns, dass das Forum ein Ort ist, an dem wir…

…diskriminierendes Verhalten thematisieren können.
…uns trauen nachzufragen, wenn wir etwas nicht verstanden haben.
…Fachwörter und Codes erklären, damit alle in Gespräche einbezogen werden.
…darauf achten, dass alle zu Wort kommen und sich einbringen können.
…aufeinander acht geben.

Was ist eine «Safer Space Policy»?

  • Feministische Raumpolitiken versuchen Diskriminierung aktiv zu verändern und einen geschützteren Raum zu bieten. Wieso «safer space» und nicht «safe space»? Da wir alle Teil der Gesellschaft sind, können wir nicht «außerhalb» sein. Es gibt also keinen «sicheren» Ort für alle. Jedoch können wir versuchen, Räume zu schaffen, die «sicherer» sind.
  • Bitte sei dir bewusst, dass du für dein Handeln verantwortlich bist. Mit deinem Verhalten trägst du zur Stimmung an diesem Forum bei. Du, wie auch alle anderen, sind mitverantwortlich für den Raum und die Atmosphäre. Du bist nicht einfach passive*r Konsument*in, sondern Teil des Raums.
  • Da wir alle für den Raum verantwortlich sind, tragen wir auch alle die Verantwortung auf unangemessenes Verhalten zu reagieren. Diese Verantwortung liegt nicht nur bei den Veranstaltenden und schon gar nicht bei der Person/ den Personen, die durch dieses Verhalten betroffen sind.

Privilegien

Ein Privileg zu haben heisst, sich nicht mit gewissen Themen beschäftigen zu müssen. Privilegierte Positionen sind z.B.: als weiss gelten, Mann sein, heterosexuell sein, cis sein, einen Mittelschicht-Hintergrund haben, able-bodied sein, Hochschulbildung haben, gesund sein …
Sei dir deiner Privilegien bewusst und überlege dir, wie/ob/wann sie für andere diskriminierend wirken könnten.

Hierarchien

Auch und gerade in Gruppen und Zusammenhängen, die gegen Hierarchien arbeiten wollen, ist es wichtig, Hierarchien zu reflektieren. In jeder Gruppe gibt es Personen, die z.B. viel wissen, selbstbewusst sind, lange dabei sind, neu dabei sind, unsicher sind etc., was unterschiedliche Ermächtigungspositionen schafft. Gesellschaftliche Normen und Privilegien wirken auch in emanzipatorischen Zusammenhängen.

Pronomen / Anrede

Respektiert die Pronomen, mit denen Personen angesprochen werden möchten. Es gibt die Möglichkeit, auf einem Namensschild neben dem Namen auch das Pronomen, mit dem ihr angesprochen werden möchtet, anzugeben. In einer Vorstellungsrunde können alle neben ihrem Namen das Pronomen nennen bzw. die Art und Weise, wie sie angesprochen werden möchten. Alle entscheiden selber, ob sie ihre Pronomen nennen möchten oder nicht. Wenn du unsicher bist, wie eine Person angesprochen werden möchte, frage sie.


Physische Barrierefreiheit

Das Erdgeschoss der Alten VHS ist durch eine mobiele Rampe zugänglich, allerdings sind die Toiletten nicht Rollstuhlgerecht.

FLINTA* Toilette: Warum «inter, trans, Frauen, Lesben, nonbinary, agender»-Toiletten und nicht nur «All Gender»-Toiletten?

Auch wenn es uns sehr lieb wäre, dass sexistische und gar sexualisierte Übergriffe auf inter, trans, Frauen, Lesben, nonbinary und agender Personen in unserer Gesellschaft kein Problem mehr darstellen würden, sind wir noch nicht soweit gekommen. Öffentliche Strukturen wie Toiletten sollen sicherstellen, dass hier keine Übergriffe passieren. Dem möchten wir, neben der «All gender» Toilette, mit einer «inter, trans, Frauen, Lesben, agender, nonbinary»-Toilette begegnen.

Wenn ihr übergriffiges bzw. diskriminierendes Verhalten euch oder anderen Menschen gegenüber wahrnehmt, dann meldet euch bei dem sichtbar markierten Awareness-Team oder geht zum Infopoint!
Lasst uns Awareness zur alltäglichen Praxis machen!