Call For Input (Deutsch)

Recht auf Stadt Forum 2021: Einladung zum Stadt machen

Träume brauchen Räume –
Alle zusammen gegen die neoliberale Stadt!


Lagebericht: Während die einen kein Einkommen mehr haben oder ihre Miete nicht zahlen können, versinken andere noch tiefer in der Care-Arbeit und riskieren ihre Gesundheit. Wieder andere fragen sich, wie man zuhause bleiben soll, wenn man kein Zuhause hat. Gleichzeitig wissen wir nun alle, was es heißt, wenn der öffentliche Raum versiegt, weil Vereinsräume, Sportstätten, Kultur- und Jugendzentren, Tafeln & Volksküchen, Beratungs- und Anlaufstellen, Bibliotheken, soziale Einrichtungen, Bildungsangebote, Kinos, Theater, Konzerte, Restaurants, Bars, Clubs nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Wenn Demos und jegliche Menschenansammlungen, kurz: Begegnungsräume wegfallen. Konflikte spitzen sich mit Corona weiter zu und werden zu mittelbaren Krisen. Die Voraussetzungen zur Bewältigung dieser Krisen sind bekanntlich nicht gleichermaßen gegeben.

Wir wissen, dass es nicht so sein muss. Das Recht auf Stadt ist deshalb die Aufforderung, dem neoliberalen Kapitalismus entgegenzutreten und sich der Entfremdung bewusst zu werden, die wir als Preis dafür bezahlen. Es ist das Recht auf städtisches Leben mit all seinen Qualitäten, auf ein würdiges Leben, auf die Einhaltung
von Menschenrechten, auf freie Selbstverwirklichung, auf Anerkennung (auch politische) und auf gesellschaftliche Teilhabe. Das Recht auf Stadt ist eine Einladung, Visionen zu entwickeln – erst recht, wenn sie utopisch klingen. Diese Einladung richtet sich ausdrücklich auch an all jene, die bereits jeden Tag aufs Neue um das Zurechtkommen in der Stadt kämpfen müssen und immer wieder Repressionen ausgesetzt sind. Und schließlich bedeutet das Recht auf Stadt das Recht auf eine Zukunft auf einem lebenswerten Planeten.

Die Geschichte der Recht-auf-Stadt-Bewegungen wird immer länger, die Stimmen lauter und auch dieses Jahr ist wieder viel passiert. Lasst uns zusammenkommen, Erfahrungen austauschen, Ideen sammeln und Pläne schmieden! Ihr seid herzlich eingeladen, zum siebten bundesweiten Recht-auf-Stadt-Forum (3.-5. September) in der Alten VHS in Bonn!

Wir hoffen, das Forum im September nicht virtuell veranstalten zu müssen, schließen diese Option aber natürlich in unsere Planung mit ein. Wir, die Veranstalter*innen, sind diesmal hauptsächlich Menschen vom Mietenwahnsinn-Bündnis aus Berlin und von der Alten VHS, einem 800 qm großen, soziokulturellen Zentrum, in Bonn.

Wir rufen euch auf, Vorschläge für Programmbeiträge bei uns einzureichen! Das Forum findet für und durch euch statt. Es ist v.a. ein Vernetzungs- und Perspektiventreffen, das von euren Erfahrungen, Aktionen, Ideen und Fragen lebt. Also schickt
uns eure Ideen (z.B. für Vorträge, Workshops oder gemeinsame Aktionen)! Traut euch:

• Denkt intersektional!
Eure Kämpfe können überall anders und sehr spezifisch sein, wir wollen aber auch die Verschränkungen zwischen den Diskriminierungen in den Blick nehmen: Wir verstehen Recht auf Stadt als anti-kolonialistisch, anti-klassistisch, antirassistisch, anti-faschistisch, anti-sexistisch, (queer-)feministisch und klimagerecht.

• Macht mit!
Ihr müsst kein eingetragener Verein oder Ähnliches sein, auch Einzelpersonen können Vorschläge einreichen. Solltet ihr unsicher sein oder Bedenken haben, sprecht uns einfach an.

• Seid gerne kreativ!
Es muss kein Vortrag, Workshop oder Schema X sein. Ihr könnt euch andere Formate überlegen oder aber auch offene Ideenwerkstätten o.Ä. moderieren und euch Gedanken über weitere Vernetzungsmöglichkeiten machen.

• Teilt diesen Aufruf
in euren Netzwerken und mit denen, die eurer Meinung nach Gehör bekommen sollten! Lasst uns nicht in unseren Nischen verharren und ein diverses Forum werden!

In jedem Fall erreicht ihr uns aber auch über Programm@ras2021.de.
Für die bessere Planung freuen wir uns über Einreichungen bis 30. Juni!