
Wem gehört eigentlich die Stadt? Wer kann sich das Wohnen noch leisten? Wer darf über die Stadt, den öffentlichen Raum und das alltägliche Zusammenleben bestimmen? Welche Perspektiven sind sichtbar oder bleiben unsichtbar? Wie können wir uns zusammentun und das gemeinsam verändern? Wie können wir unser Verständnis vom Recht auf Stadt erweitern, um mehr, stärker und diverser zu werden und neue Kämpfe zu gewinnen?Diese und weitere Fragen wollen wir vom 12.–14.6.2026 in Offenbach auf dem Recht auf Stadt-Forum gemeinsam mit Initiativen und Interessierten diskutieren und praktisch angehen.
Was ist das Recht auf Stadt?
Das Recht auf Stadt vereint die Forderung nach einer gerechteren Stadt und das Versprechen, diese gemeinsam zu gestalten. Doch dieses Recht ist bis heute nicht eingelöst: Nicht alle können am Zusammenleben in der Stadt gleichberechtigt teilhaben, dort wohnen, sie nutzen und verändern. Gerade im Angesicht der vielen Angriffe auf die erkämpfte Teilhabe und Vielfalt gilt es, dieses Recht auf Stadt konsequent einzufordern und weiter zu öffnen.
Wir wollen uns mit unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen und zusammentun. Das Recht auf Stadt-Forum bietet den Raum, voneinander zu lernen: Hier wollen wir uns gegenseitig mit unseren unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen unterstützen und bestärken, um unsere Kämpfe miteinander zu verbinden. Daher liegt der diesjährige Schwerpunkt des Forums auf dem Kennenlernen, Beziehungen aufbauen, sich verbinden und verbünden. Dafür braucht es – gerade in Offenbach – auch kollektive Räume und Orte der Zusammenkunft!
Was geht in Offenbach?
Die Kommunen in Deutschland stecken schon lange in einer politisch gemachten, finanziellen Krise. In Offenbach zeigen sich die Folgen wie im Bilderbuch. Mit radikaler Sparpolitik seit den 1990er Jahren wurde ein Großteil der öffentlichen Infrastruktur kaputtgespart. Gleichzeitig wird aufgewertet, was das Zeug hält: Imagekampagnen, Kreativpolitik und teure neue Stadtteile sollen Investor*innen und Menschen mit viel Geld anlocken.
Während sich die Stadtpolitik auf Wohlhabende, Unternehmen und Investor*innen ausrichtet, können gerade in Offenbach viele Menschen nicht daran teilhaben. Denn hier treffen hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten auf eines der geringsten Pro-Kopf-Einkommen Deutschlands. Wer entscheidet über Offenbach? Für wen wird die Stadt gemacht? Ein großer Teil der Offenbacher Stadtgesellschaft ist schon allein formal politisch ausgeschlossen: So dürfen viele Menschen aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit nicht wählen. Das in der Stadtpolitik angestrebte Ziel einer sogenannten „Sozialen Mischung“ bedeutet Verdrängung und Ausgrenzung, gerade auch aus öffentlichen Räumen wie der Innenstadt.
In den vergangenen Jahren haben sich Initiativen und Bewegungen gegen diese Entwicklungen gewehrt und große und kleine Kämpfe für eine andere Stadt geführt. Lasst uns diese Kämpfe zusammenbringen! Politik müssen wir selbst machen! In der postmigrantischen Gesellschaft der Vielen können wir uns auf formale Teilhabe und die aktuelle Stadtpolitik nicht verlassen.
Seit dem Sommer 2025 planen wir das Forum in Offenbach. Wir, das Orga-Team des Recht auf Stadt-Forums Offenbach, sind eine offene Gruppe (stadt-) aktivistischer Einzelpersonen aus unterschiedlichen politischen Kontexten aus Offenbach und Umgebung.
Gemeinsam für eine gerechte Stadt und das gute Leben für Alle!
Das Forum sind wir alle. Ihr seid aktiv in Nachbarschaften, selbstorganisierten Projekten, stadt- und wohnungspolitischen Gruppen oder Vereinen? Dann kommt im Juni nach Offenbach und gestaltet das Forum mit!
Wir freuen uns über Beiträge wie Workshops, Diskussionen, Vorträge, Performances, Stadtspaziergänge oder andere Formate eurer Wahl!
Besonders gewünscht sind Einreichungen zu den Themen
Diese Themen sind jedoch nur Schwerpunkte und keine „Vorgabe“. Wir sind offen und freuen uns natürlich über weitere Beiträge zu vielen anderen Themen von euch!
Der Aufruf richtet sich an bundesweit aktive (stadtpolitische) Initiativen und Gruppen – und besonders lokale, Offenbacher Gruppen und Aktivist*innen. Wir laden insbesondere Gruppen und Interessierte ein, deren Perspektiven und Themen bisher Leerstellen in stadtpolitischen Debatten sind!
Sendet uns bis zum 15.04.26 eure Programmvorschläge (max. 300 Wörter) an:
info@rechtaufstadt-forum.de
Bitte nennt:
Bitte habt im Blick, dass wir uns ein breites und vielfältiges Programm wünschen, an dem Menschen mit unterschiedlichem Vorwissen teilnehmen können. Wir freuen uns über Austausch von langjährig Aktiven als auch niedrigschwellige Formate, die für Menschen mit wenig Kontakt zur Recht auf Stadt Bewegung geeignet sind. Wir möchten Beiträge in unterschiedlichen Sprachen ermöglichen.
Vernetzt euch für die Programmgestaltung: Gerne könnt ihr Workshops gemeinsam mit Gruppen aus anderen Städten gestalten – oder von lokalen Kämpfen berichten. Der AK Programm unterstützt euch bei der Feinplanung!
Auch finanziell brauchen wir eure Hilfe! Wir freuen uns auch im Vorfeld über eine Spende.
Schreibt uns für die Kontodaten auch gerne ein E-Mail an info@rechtaufstadt-forum.de.